||Krankenhausstudie 2017

Krankenhausstudie 2017

Für die »Krankenhausstudie 2017« befragte die Unternehmensberatung Roland Berger im Mai 2017 zum dritten Mal die Vorstände/GeschäftsführerInnen der 500 größten deutschen Krankenhäuser zur aktuellen Situation und bat um einen Ausblick.

Das Positive zuerst: Der Umsatz ist seit 2015 (Anstieg von 89 auf 96 Prozent) konstant gestiegen. Auch die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr sehen die Krankenhäuser positiv und erwarten einen Anstieg von 3 Prozent (2015: 86 Prozent, 2017: 89 Prozent). Die Gründe hierfür liegen u. a. in der geographischen Entwicklung, im medizintechnischen Fortschritt und der steigenden Multimorbidität (Mehrfacherkrankung bei einem Patienten).

Anders sieht es beim Erwirtschaften eines Überschusses aus. Dieser Zahlen sind seit 2015 stetig zurückgegangen (2015: 72 Prozent, Erwartung2017: 47 Prozent) und auch bei einem Blick in die Zukunft schätzen 60 Prozent der Befragten, dass sich die wirtschaftliche Situation von Krankenhäusern in den kommenden fünf Jahren verschlechtern wird. Die Gründe hierfür sind u. a. ein vermehrter Wettbewerb um Fachkräfte sowie ein wachsender Kosten- und Effizienzdruck. Als positiv werden für die Zukunft die Themen vermehrte Qualitätsorientierung sowie Digitalisierung in der Krankenversorgung angesehen. 89 Prozent der Häuser verfügen bereits über eine Digitalstrategie. Doch der hohe Investitionsbedarf für die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen schreckt viele Krankenhäuser ab. Zudem fürchten sie  Zusatzbelastungen für die Organisation/Beteiligte sowie Probleme bei der Datensicherheit und ein mangelndes digitales Know-how.

57 Prozent der Vorstände/GeschäftsführerInnen geben an, nicht in einem ausreichendem Maße Mittel für Investitionen zur Verfügung zu haben. 90 Prozent geben an, dass ihnen ausreichende Fördermittel fehlen, 53 Prozent, dass die Einnahmen aus dem laufenden Betrieb nicht reichen und 27 Prozent verfügen nicht über ausreichende Möglichkeiten zur Refinanzierung, z. B. über Bankkredite.

Erschreckend ist, dass 91 Prozent der Krankenhäuser weniger als 2 Prozent ihres Umsatzes für IT ausgeben. Gerade in Zeiten der Digitalisierung kann dies schlagartig zu Schwierigkeiten führen. Ransomware-Angriffe auf Krankenhäuser, bei denen Angreifer Lösegeld für die von ihnen verschlüsselten Daten fordern, nehmen zu. Die Gründe dafür sind denkbar einfach: Sensible Daten werden immer wertvoller. Durch sie können Verbrecher u. a. Identitäten fälschen, unerlaubt Geld von Konten abheben oder Betriebsgeheimnisse veröffentlichen. Gleichzeitig machen veraltete IT-Systeme und medizinische Geräte es den Angreifern leicht, sie zu missbrauchen. So zum Beispiel durch Hackerangriffe auf die unzureichend geschützte Software von Infusionspumpen auf Intensivstationen, die Patienten in Lebensgefahr bringen können.

Dies haben bereits 64 Prozent der Befragten am eigenen Leib – in Form eines Hackerangriffs – erlebt. Die Krankenhäuser reagierten hierauf mit einer Verschärfung der Firewall-Absicherung (98 Prozent), der Ausarbeitung eines Notfallplans (75 Prozent), Mitarbeiterschulungen (73 Prozent), einer Begrenzung des Zugriffs auf externe Inhalte (69 Prozent) und last und leider auch least mit der Aufstockung von IT-Personal (31 Prozent).

Die komplette Studie finden Sie hier.

2017-07-19T09:02:38+00:00 19. Juli 2017|Allgemein|